Kommentar

Theaterreform: 10 Punkte für die Jury

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 48/04 vom 24.11.2004

Das von einer Jury erarbeitete Gutachten zur langfristigen Förderung der Wiener Theater sieht auf den ersten Blick ganz harmlos aus. Die Studie ist ausgesprochen höflich formuliert und scheint nur Gewinner zu kennen. Die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Rund die Hälfte der bisher von der Stadt Wien geförderten Bühnen und Gruppen soll ab Herbst 2005 leer ausgehen (siehe Artikel auf Seite 65).

Die von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) voriges Jahr initiierte Theaterreform ist damit einen wichtigen Schritt weiter. Wenn er den Empfehlungen der Jury, wie versprochen, tatsächlich folgen wird, bricht Mailath-Pokorny ein kulturpolitisches Tabu: Noch unter seinem Vorgänger Peter Marboe (ÖVP) war es gängige Lehre, möglichst alles zu erhalten, was es gibt - auch wenn es längst keine künstlerische Relevanz mehr hatte. Schon unter der legendären Ursula Pasterk (SPÖ) hatte es immer wieder Versuche gegeben, die Wiener Theater zu "evaluieren". Aber jetzt soll es erstmals Folgen


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