DIE FETTEN JAHRE SIND VORBEI

Ein politischer Abenteuerfilm

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 48/04 vom 24.11.2004

Die grauverwaschenen Bilder einer Überwachungskamera füllen die Leinwand. Ihr Blick fällt von oben auf Auffahrt und Eingang einer Villa. Alles scheint friedlich, doch gerade deshalb erwarten wir die Bedrohung und fühlen uns, geschult von Formaten wie "Aktenzeichen XY - ungelöst", selbst schon ein wenig unbehaglich.

  Doch falsch gefürchtet, denn die größte Freude von Hans Weingartners "Die fetten Jahre sind vorbei" ist es, mit unseren Erwartungen zu spielen. So auch in dieser Szene, mit der der Film beginnt: Die Einbrecher, die alsbald das Bild betreten, denken gar nicht daran, etwas mitzunehmen. Und bedrohlich sind die beiden jungen Burschen auch nicht. Sie feiern eine Chaosparty, schichten Designermöbel zu Bergen, verfrachten die Stereoanlage in den Kühlschrank und stapeln Meißner-Figürchen (Porzellan zu Porzellan) im Klo. "Ihr habt zu viel Geld", steht auf dem Zettel, den sie hinterlassen. Und darunter: "Die Erziehungsberechtigten".

  Regisseur Hans Weingartner ist gebürtiger


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