Die Lyrik des Bergbaus

KLAUS NÜCHTERN | Kultur | aus FALTER 48/04 vom 24.11.2004

LITERATUR Ralf Rothmanns "Junges Licht" erzählt unsentimental von einer Kindheit im Ruhrpott und setzt einer verlorenen Generation ein Denkmal. Der "Falter" traf den Autor, der Station auf Lesereise in Wien machte. 

Die Antwort auf die Entscheidungsfrage kommt sozusagen wie von der Sehne geschnellt: "Indianer natürlich! Die waren frei und konnten alleine durch die Wälder streifen, während man als Cowboy im Fort lebte - das war irgendwie nix. Außerdem waren die Cowboys in der Region, in der ich aufgewachsen bin, besser ausgestattet: Die hatten schon Erbsenpistolen, wir Indianer natürlich nur Pfeil und Bogen."

  Von der Stammeszugehörigkeit her muss Ralf Rothmann, Jahrgang 1953, wohl als Schwarzfußindianer gelten, wuchs er doch im Ruhrgebiet als Sohn eines Bergarbeiters auf, dem er nun - in seinem sechsten Roman "Junges Licht" - noch einmal "ein kleines Denkmal" setzen wollte, nachdem dieses Unterfangen davor gescheitert war: Rothmanns "Milch und Kohle" war dann doch ein Roman über

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