KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 48/04 vom 24.11.2004

Wenn Künstler zur Kamera greifen, haben Fotofans oft wenig Freude. Für sie handelt es sich dann "nur" um die Dokumentation oder die Umsetzung eines Konzepts. In kunsttheoretischen Texten (z.B. von Jeff Wall) wiederum kommt die Fotografie überhaupt erst durch die künstlerische Hinterfragung des Mediums in den Siebzigerjahren zu höheren Weihen. Die Kuratorin Eva-Maria Stadler hat in einem Workshop mit Studierenden auf der Angewandten dieses vertrackte Verhältnis behandelt. In der Schau "Fotografie als Kunst - Kunst als Fotografie - Kunstfotografie" im Atelierhaus der Akademie (bis 4.12.) sind nun die daraus entstandenen Arbeiten zu sehen. Am spannendsten fallen die gezeigten Videos aus, die einen gewissen Retrocharakter haben: Bildanalytisch lässt Johann Lurf ein Pferd über eine zerstückelte Leinwand laufen; Daniel Domig führt den Blick in einen dunklen Schrank, wo ein Frauengesicht und ein Männerbauch geschickt übereinander geblendet werden; Sonja Draub projiziert Atelierfotos


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige