Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 48/04 vom 24.11.2004

Sex

Nackt (5) Nackt ist ein hartes Wort. Ein einsamer Vokal, gefolgt von einer Konsonantenkombination, die nicht einmal der Wiener Dialekt weich kriegt: na-ck-t. Poetisch klingt das nicht, erotisch ist anders. Verständlich also, dass das schroffe Adjektiv häufig abgesoftet wird; statt "nackt" sagt man gern "nackert" (österr.) oder "nackig" (dt.), vom schrecklichen Wort "Nackerbatzel" ganz zu schweigen. Solche Verharmlosungen wirken spätestens beim Sex albern. "Ich will dich nackig sehen!" - wer soll das ernst nehmen? Wer nackt will, muss nackt sagen. Es mag hart klingen. Aber der Körper ist ja weich genug. W. K.

Fussball

Der Pferdeflüsterer Wenn Frank Stronach die Wahl zwischen Ronaldinho und einem guten Pferd hätte, würde er das Pferd kaufen, hat Ex-Austria-Trainer Christoph Daum unlängst verraten. Am Wochenende war der Magna-Mäzen wieder einmal in der Stadt. Seine Anwesenheit lähmte die Austria-Gäule, der sportliche Leiter ließ pflichtschuldig Stronachs Lieblingsspieler eintraben, der mächtige Frank war trotzdem unzufrieden. "Meine Pferde in Übersee sind erfolgreicher", schnaubte er nach dem Match. Wenn das so weitergeht, tritt die Austria nächstes Mal beim Fest der Pferde an. W. K.

Mädchenzimmer

Mein bester Freund (7) Er verdankt mir viel. Mit 15 bekam mein bester Freund eine große, rote Brille, die später nur mehr von Tixo zusammengehalten wurde. Als er 25 wurde, beschloss ich, dass es Zeit sei für Kontaktlinsen. Er ging für ein Auslandssemester nach London und hatte plötzlich so viel Erfolg bei den Damen, dass er erst nach sieben Semestern wieder zurückkehrte. Nett, wie ich bin, lagerte ich seine Plattensammlung in meinem Wohnzimmer zwischen. Kaum zu glauben, wie viele Herren man noch Ende der Neunziger mit ausgesucht monotonem Minimal Techno beeindrucken konnte. Dank zurück. E. W.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige