Zahlenspiele mit Opfern

ARNO PILGRAM | Politik | aus FALTER 49/04 vom 01.12.2004

KOMMENTAR Vier von zehn Flüchtlingen sind kriminell? Wer die Statistik richtig liest, kommt auf niedrigere Zahlen. Und eine Verschärfung des Asylrechts ist keine Lösung. 

Zahlen und Statistiken sind nicht jedermanns Sache, die Grundrechnungsarten beherrschen aber doch fast alle: Auf der einen Seite stehen 9200 in den ersten zehn Monaten des Jahres polizeilich einer Straftat verdächtigte Personen im Status des Asylwerbers, auf der anderen Seite derzeit rund 27.000 Asylwerber in der staatlichen Grundversorgung. Also ist jeder dritte Asylwerber "kriminell" (Kronen Zeitung vom 24. November in rechnerischer Übereinstimmung mit ORF-Morgenjournal vom 25. und anderen Medien).

  Im ersten Schock wurden vor allem Zweifel an der Polizeistatistik geäußert, wurde auf den Bagatellcharakter vieler Delikte von Fremden oder auf die ausständige gerichtliche Überprüfung von bloßem Verdacht hingewiesen. Das ist eine verständliche Reaktion bei Personen, die Sorge tragen für Flüchtlinge und die

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