Zum Gernsehen

THOMAS PRLIC | Medien | aus FALTER 49/04 vom 01.12.2004

FERNSEHEN Geschäftsführer und Intendantin des Community-TV- wollen, dass ihr Bürgerfernsehen besser ausschaut als die deutschen Vorbilder. Das Wiener Community-TV nimmt Gestalt an, oder eher: zwei Gestalten. Denn seit letzter Woche hat das Bürgerfernsehprojekt einen Geschäftsführer und eine Programmchefin, die den Kanal bis Herbst 2005 ins Laufen bringen sollen.

  Für die betrieblichen Angelegenheiten ist Christian Jungwirth zuständig, der schon bei der Entstehung von Radio Orange 94,0 mitmischte und Geschäftsführer des Verbands der freien Radios war. Programmchefin wird die Medienpädagogin Barbara Eppensteiner, die bisher das wienXtra-Medienzentrum leitete. Sendungsdetails gab es bei der Präsentation zwar noch keine, dafür wissen Eppensteiner und Jungwirth schon, wie sie das Community-TV positionieren wollen. Der ursprünglich als eines von 23 rot-grünen Rathausprojekten initiierte Sender soll sich von den als langweilig verrufenen "offenen Kanälen" nach deutschem Vorbild abheben. Man will ein Profil entwickeln, das medial unterrepräsentierte Gruppen einbindet, aber auch für die Zuschauer interessant ist. Bis zum Start müssen die beiden Verantwortlichen noch interessierte Programmmacher zusammentrommeln, die Produktionsstrukturen aufbauen und einen geeigneten Standort finden.

  Die Gemeinde hat dem Sender, der vorerst im Kabelnetz empfangbar sein soll, 980.000 Euro jährlich an Förderungen für drei Jahre zugesagt. Jungwirth hat aber auch schon Ideen für alternative Einnahmequellen, von denen zumindest eine sicher noch für Diskussionen sorgen wird: Der Chef will an den Gebühren mitnaschen, die bisher nur der ORF bekommt.


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