FERNSEHEN

JULIA ORTNER | Medien | aus FALTER 49/04 vom 01.12.2004

Sind es Minderwertigkeitskomplexe, oder ist es einfach nur Einfallslosigkeit? Die ORF-Unterhaltungsmenschen kupfern ungeniert von den deutschen Privatsendern ab. Nachdem man zuletzt das heitere deutsche Promiraten "Genial daneben" mit Hugo Egon Balder in eine räudige Ösiversion mit Oliver Baier umgemodelt hat, gibt es jetzt diese unpackbare "Austropop-Show" mit Plauderquaste Arabella Kiesbauer. Eine 1:1-Kopie der schon länger grassierenden deutschen Nostalgieformate, von der "DDR"- bis zur "80er"-Show. Bloß dass unsere Version mieser ist. Die deutschen B-Promis, die in diesen Formaten ihren Senf zu Sex im Trabi oder Modern Talking abgeben, sind nämlich noch immer tausendmal witziger als ihre Ösi-Pendants - ich sage nur die schräge Hella von Sinnen gegen die "25"-Quietschmaus Miriam Hie. Als Hie die "Glockn" mit Piepsstimmchen verhunzte, habe ich fast ins Sofa gebissen. Und erst der unvermeidliche Austropopopa Wolfgang Ambros mit seinem jenseitig vorgegröhlten Hit-Medley! Das weckte in mir den dringenden Wunsch nach Künstlersozialversicherung. Beamtenpensionen für Austropopper!


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