Kommentar

Wien Modern: Triumph des Kaktus

Kultur | aus FALTER 49/04 vom 01.12.2004

Wenn man ihn nur ordentlich verstärkt, dann kann man sogar das Wasser in einem Kaktus hörbar machen. Gleich in zwei Konzerten waren beim Festival Wien Modern die satten, an eine Tropfsteinhöhle erinnernden Plopps zu vernehmen, die entstehen, wenn man an einer Kaktusnadel zupft. Gegeben wurde jeweils das Stück "Child of Tree" von John Cage (1912-1992). Alles ist Musik, hatte der amerikanische Komponist gesagt. Sogar die Stille und der Alltagslärm. Warum also nicht auch ein Geräusch, das man normalerweise überhaupt nicht wahrnehmen kann?

Vier Wochen lang stand Cage im Zentrum von Wien Modern. Wie klug die Festivalmacher bei der Programmgestaltung vorgegangen sind, wurde an dieser Stelle schon ausführlich gewürdigt (Falter 46/04): Aufführungen im klassischen Konzertrahmen wechselten mit solchen in historischer Aufführungspraxis der fluxusbewegten Sechziger; Projekte, in denen Cages Ansätze und Überlegungen weitergedacht wurden, standen einer ausgezeichneten historischen Ausstellung


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