Replay the Klischee

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 49/04 vom 01.12.2004

PERFORMANCE Oberflächenscans mit Tiefgang: Das französisch-österreichische Kollektiv Superamas zeigt, wie komisch kritisches Theater sein kann. 

Es spricht eine Autorität. Nouvelle-Vague-Gott Jean-Luc Godard wird auf Video zugespielt, ein Interview aus den Sechzigerjahren, und natürlich hängt eine Bedeutungsschwere im Raum: Was wird uns der französische Paradeintellektuelle gleich an kritischer Theorie um die Ohren hauen? Godard holt aus und erklärt, warum es gut ist, ein angesehener Regisseur zu sein: Man kommt leichter an Frauen ran. Ups, da waren die Erwartungen eindeutig zu hoch geschraubt: Auch große Denker können kleine Machos sein. Auch in der kritischen Theorie ist der banale Sexismus zu Hause.

  Das französisch-österreichische Künstlerkollektiv Superamas liebt solche überraschenden Twists, in denen Hochtrabendes banal wird und Banales plötzlich vielschichtig: Go-go-Girls sprechen Adorno-Texte, eine perfekte Stewardess erzählt von Bulimie. Superamas sind Wahrnehmungsmanipulateure;


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