Angst blasen Seele auf

Kultur | DREHLI ROBNIK | aus FALTER 49/04 vom 01.12.2004

FILM Die Hölle ist ein Wohnblock, und das Böse trägt Schnauzbart: Götz Spielmanns episodisches Beziehungsdrama "Antares". 

Antares ist der Name eines Gestirns, das dem aktuellen Film des Wiener Regisseurs Götz Spielmann als Titelgeber, Konzeptfigur und anstoßende Kraft dient. "Seine einzigartige Leuchtkraft ist zugleich sein Untergang", heißt es im Presseheft zu "Antares": "Er wird in absehbarer Zeit als Supernova explodieren." Absehbare Explosionen ereignen sich an einem Ort, der im Film Gegenwelt zur Ferne und selbstverzehrenden Leuchtkraft von Antares ist - dem Planet Wohnblock: ein tristes Hier mit ostentativer Bodenhaftung in herbstlichem Grau.

  Da sitzt die kleinbürgerliche Kleinfamilie beim Essen. Belangloses in kurzen, matten Worten, dazwischen Zeitunglesen und das Kratzen des Bestecks auf den Tellern. Oft erklingt Schubert aus dem CD-Player, und wenn der Ehemann zur Ehefrau über eine Musikpassage anmerkt: "I find, der spielt des unglaublich leidenschaftlich", dann ist


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