Fragen Sie Frau Andrea

Sportgummi

Stadtleben | aus FALTER 49/04 vom 01.12.2004

Liebe Frau Andrea,

anlässlich der Viennale, bei der Sportgummi verteilt wird und deren Direktor Hans Hurch ist, fiel mir wieder ein, dass Letzterer - glaube ich - bei der Übernahme des Gartenbau meinte, dort solle es nicht nur Sportgummi geben, sondern auch Style. Warum gehört Sportgummi in Wien zum Kino?

Liebe Grüße,

H. Matzneller

Liebe/r H.,

das Sportgummizitat von Styleking Hurch ist durchaus glaubwürdig, wie mir eingeweihte Filmwissenschaftler versichern. Ob es tatsächlich authentisch ist, kann wahrscheinlich nur der Viennale-Chef beantworten, sitzt aber gerade telefonlos im Kaffeehaus. Was dagegen als gesichert gilt, ist die Etymologie der gummiweichen Kinozuckerl mit dem Logo des stürmenden Fußballers am Päckchen. Nach firmeneigener Mythologie soll der Egger-Sportgummi ursprünglich Egger-Fruchtgummi geheißen haben. Dieser wurde in kleinen Säckchen zu 15 Gramm bei öfffentlichen Veranstaltungen verkauft - und das waren zu jener Zeit vor allem Fußballmatches. Damals, so die Firmenchronisten, gab es folgende Aktion: Jeder, der tausend leere Säckchen zurück in die Fabrik brachte, bekam ein Kilo Fruchtgummi gratis. Gewiefte junge Wiener stürmten also Stadien und Sportplätze, sammelten weggeworfene Fruchtgummisäckchen und brachten sie paketweise zu Egger nach Nußdorf. Diese Jugendlichen sollen es gewesen sein, die dem Fruchtgummi den Namen "Sportgummi" gaben.


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