"In der Rue de Gack"

Politik | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 50/04 vom 09.12.2004

OPPOSITION Im Schatten der Macht: In den Siebzigern spielte Josef Taus jene Rolle, die heute der Rote Alfred Gusenbauer hat. Kann er dem SPÖ-Chef helfen?

Kanzlerkandidat ist ein undankbarer Job. Alfred Gusenbauer ist nicht der erste Oppositionschef, der diese Erfahrung machen muss. Josef Taus erging es in den Siebzigerjahren ähnlich.

  1975, zweieinhalb Monate vor der Nationalratswahl, starb der damalige ÖVP-Obmann Karl Schleinzer bei einem Autounfall. Taus, ein 42-jähriger Banker, der schon im Kabinett Klaus als Staatssekretär gedient hatte, sprang ein. Gegen den "Sonnenkönig" Bruno Kreisky hatte er jedoch keine Chance. 1979 übergab er die Partei an Alois Mock.

  Heute ist Taus als Unternehmer und Investor überaus erfolgreich. Die einzige politische Funktion, die er noch innehat: Er ist Obmann des Wiener Kummer-Instituts, das sich der christlichen Soziallehre verschrieben hat.

Falter: Herr Doktor, fühlen Sie mit Alfred Gusenbauer?

Josef Taus: Das ist nicht lustig für einen Menschen.


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