PISA-TEST

Der Kopf-Fleck

Politik | aus FALTER 50/04 vom 09.12.2004

Die Finnen sind nicht nur die Gescheitesten, sie geben ihr Wissen auch gerne weiter. Die Wiener Botschaft des nordeuropäischen Staates hat eine Internetseite (www.finnland-kids.at) eingerichtet, auf der ein Troll namens Mumin kindergerecht erklärt, wie toll das finnische Schulsystem ist. Und warum die Nordlichter jedes Mal den Pisa-Test gewinnen.

  Das "Programme for International Student Assessment" ist die größte vergleichende Bildungsstudie der Welt. Die OECD testet alle drei Jahre 15- bis 16-Jährige in den Fächern Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften und Problemlösungskompetenz. In Österreich kamen im Mai 2003 4600 Jugendliche aus 193 Schulen in die Ziehung.

  Das niederschmetternde Ergebnis: Die Schüler zwischen Boden- und Neusiedler See sind im internationalen Vergleich in allen Bereichen "bestenfalls Mittelmaß", wie es im "Nationalen Bericht" von Günther Haider heißt. Und: "Österreich ist das einzige Land, das sich im Vergleich zu den anderen deutschsprachigen Ländern signifikant verschlechtert hat."

  Nachdem die ersten Details durchgesickert waren, brach umgehend ein Streit los, wer die Verantwortung für diese Niederlage trage. Am Sonntag nahm Bildungsministerin Elisabeth Gehrer die Schuld dann in der Fernsehsendung "Offen gesagt" auf sich. Sie lädt alle Parteien, Schüler, Lehrer, Eltern und ausländische Experten für Ende Jänner zu einem Bildungsgipfel ein. Dort darf "ohne politische Scheuklappen" über alle Themen diskutiert werden. Sogar über die von der ÖVP immer abgelehnte Gesamtschule - wie es sie in Finnland gibt.


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