Kommentar

Neofeudalismus ohne Adel

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 50/04 vom 09.12.2004

Als der Liechtensteiner Fürst Hans-Adam II. im Frühjahr dieses Jahres mit seiner Sammlung alter Meister in das Wiener Sommerpalais zurückkehrte, gab er der Tageszeitung Die Presse ein Interview, in dem er über die Bedeutung des Wechselspiels zwischen monarchischen und republikanischen Zeitaltern in der Menschheitsgeschichte nachdachte: "Meist waren die republikanischen kürzer, oft Zeiten der politischen Unruhe und Umwälzungen." Ihm gehe es um den Aufbau einer "demokratisch legitimierten Monarchie", sollte es wieder zu einem "monarchischen Zeitalter" kommen. In seinem kleinen Fürstentum setzte Hans-Adam II. diese Vision um, indem er sich durch eine Volksabstimmung beinahe unbegrenzte Machtbefugnisse garantieren ließ.

Die düstere Vision einer demokratisch legitimierten Monarchie überschattet derzeit auch Österreichs Museumslandschaft. Gräfin Agnes Husslein-Arco führte als Leiterin des Salzburger Rupertinum vor, wie man ein Museum zur Bühne für eine Geldbussiadelsgesellschaft


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