Kinder im Karton

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 50/04 vom 09.12.2004

FILM In "Niemand weiß etwas" nimmt sich Regisseur Hirokazu Kore-eda eines spektakulären Falls von Kindesweglegung auf unspektakuläre Weise an. 

Der ganze Film ist so einfach, dass man überhaupt nichts mehr kapiert. Frau Fukushima bezieht mit ihrem Sohn, dem zwölfjährigen Akira, ein Apartment am Rand von Tokyo. Die Vermieterin, eine junge Frau mit älterem Mann und kleinem fettem Schoßhund, übergibt ihr die Schlüssel für 203: erster Stock, ganz hinten links. Der letzte Umzugskarton wird hereingeschleppt. Türe zu. Aus den Koffern purzeln Kinder heraus.

  "Niemand weiß etwas" (im Original: "Dare mo shiranai"), der neue Spielfilm des jungen japanischen Regisseurs Hirokazu Kore-eda, basiert auf einer wahren Begebenheit, die 1988 als "Fall der vier verlassenen Kinder von Nishisugamo" für Schlagzeilen sorgte. Die vier Kinder, die von ihrer Mutter ihrem Schicksal überlassen wurden, lebten ein halbes Jahr vollkommen auf sich allein gestellt im Apartment einer Wohnsiedlung - weder


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