Die liebe Familie

Kultur | CHRISTIAN CARGNELLI | aus FALTER 50/04 vom 09.12.2004

FILMBUCH Der Band "Österreicher in Hollywood" ist fehlerhaft und macht keinen Unterschied zwischen Nazigegnern und -sympathisanten. 

Was haben Gustav Diessl und Peter Lorre gemeinsam? Beide stammten aus (Alt-) Österreich, beide arbeiteten als Schauspieler - und beide waren in Hollywood. Diessl verbringt 1931 ein paar Wochen dort, kehrt nach Deutschland zurück, spielt 1941 im antiserbischen Propagandastreifen "Menschen im Sturm", 1945 im berüchtigten Durchhalteepos "Kolberg". Lorre, mit "M" 1931 zum Star geworden, flüchtet 1933 nach Wien, im Sommer 1934 in die USA, wo er bis zu seinem Tod 1964 lebt und arbeitet. In Rudolf Ulrichs Buch sind sie friedlich vereint: der Dagebliebene, der sich mit den Nazis arrangiert - und der Vertriebene, der seine erfolgreiche Tätigkeit im deutschen Kino aufgrund seiner jüdischen Herkunft jäh beenden und im Exil erst einen neuen Anlauf nehmen muss.

  "Österreicher in Hollywood", so der Titel des vom Filmarchiv Austria herausgegebenen Werks, sind


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige