AUFGEBLÄTTERT

Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 50/04 vom 09.12.2004

An sich ist vierzig kein Alter für einen Schriftsteller. Dennoch kokettiert Helmut Krausser bereits mit dem Aufhören. "Dies also wird mein letztes Buch. Es werden danach noch zwei, drei erscheinen, die aber alle längst geschrieben sind", lässt der umstrittene deutsche Autor die Leser von "April" wissen, dem finalen Band von Kraussers Tagebuchreihe. Es sei doch interessant, sich in den wichtigsten Entwicklungsjahren eines Schreibers - Krausser setzt sie zwischen 28 und vierzig an - selbst zuzusehen, hatte einst die Ausgangssituation des Projekts gelautet. Beginnend mit Mai 1992, führte der Münchner jedes Jahr einen Monat lang Tagebuch. Das Ergebnis erschien jeweils kurze Zeit später im kleinen belleville-Verlag bzw. in weiterer Folge in Zweier- und Dreierpacks gesammelt bei Rowohlt. Mit der Zeit entwickelte sich Kraussers Selbst- und Weltspiegelung (Politik, Moral, Kunst) zu einer dieser Lektüren, an der man sich süchtig lesen konnte. Der Autor vermag ebenso größenwahnsinnig zu


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige