OHREN AUF! Alte Tastenkasten

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 50/04 vom 09.12.2004

Anders als bei Geige oder Bratsche entstand die derzeitige (und wohl auch endgültige Form) des Klaviers sehr viel später, als man es aufgrund der heute gängigen Praxis, selbst barockes Repertoire auf modernen Konzertflügeln zu spielen, vermuten könnte. Unsere klangliche Vorstellung etwa von Johann Sebastian Bachs "Goldberg-Variationen" ist durch Glenn Gould zumindest ebenso stark geprägt wie durch seinen Steinway. Dabei muss Goulds Interpretation streng genommen als Bearbeitung gelten: Bach selbst hat für ein ganz anderes Instrument, ein zweimanualiges Cembalo, komponiert, das mit seinem "Nachfahren" allenfalls die Beethoven'sche Beschreibung als "Tastenkasten" teilt.

Wie viele andere Musiker der historischen Aufführungspraxis auch, bemüht sich Lorenzo Ghielmi um ein authentischeres Klangbild barocker Musik. Auf seiner neuen CD "Über Johann Sebastian Bachs Leben, Kunst und Kunstwerke" (Winter & Winter/Edel) stellt er zwei Cembali, ein gebundenes Clavichord und ein historisches

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