Schön wie die Scharia

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 51/04 vom 15.12.2004

ISLAMISMUS Er ist der erste Popstar des Euroislam und die USA verweigern ihm die Einreise. Ist der Genfer Islamwissenschafter Tariq Ramadan der lange ersehnte Modernisierer oder das Trojanische Pferd des Dschihad in Europa? 

Der Mann hat schon rein äußerlich gar nichts von einem islamistischen Fanatiker. Er ist feingliedrig, und wenn er spricht, macht er diese typischen, etwas zu ausladenden, etwas zu eitlen Gesten, die man von so vielen französischen Medienintellektuellen kennt. Immer trägt er einen sorgsam gestutzten Dreitagesbart und unter dem schwarzen Anzug ein offenes Hemd, gern eines dieser modischen kragenlosen, die ein bisschen nach iranischer Revolution, ein bisschen nach Mao Tse-tung aussehen. Kurzum: Tariq Ramadan ist stilbewusst. Er ist, wenn man so will, der erste Popstar des Euroislam. Unermüdlich schreibt der Professor für Islamwissenschaften im Schweizer Freiburg Artikel und Bücher, seine Vorträge werden auf Audiokassetten aufgenommen und pro Jahr 50.000fach verkauft.


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