Rote Hoffnung

Politik | WOLFGANG LUEF | aus FALTER 51/04 vom 15.12.2004

KAMMER-Wahlen Um die Absolute der ÖVP in der Wirtschaftskammer zu brechen, kämpft die SPÖ nun sogar um Wiens Naschmarktstandler. 

Einer hört immer zu. Deshalb kann sich Maria Kotan auch lauthals und ausführlich über das schlechte Geschäft beklagen. Vier bis fünf ihrer selbst gemachten Tücher verkauft die Naschmarkt-Standlerin pro Tag, auch in der Weihnachtszeit. Zehn Euro verdient sie an einem Selbstgestickten, zwanzig kostet die tägliche Standgebühr. Das reicht kaum zum Leben. Der Zuhörer nickt verständnisvoll. Sie erzählt von ihrem Rheuma und dass sie sich von ganzem Herzen einen Thermenaufenthalt wünscht. Stattdessen bekommt sie ein Wahlprospekt mit der Bitte, im März zur Wahl der Wirtschaftskammer zu gehen.

  Der geduldige Zuhörer ist Fritz Strobl, Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Wien. Früher war er selbst Marktfahrer. Der Wahlkampf für die Wirtschaftskammerwahl 2005 ist eröffnet, und deshalb plaudert Strobl momentan besonders gerne mit


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