Kommentar

Jetzt spricht die Jelinek!

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 51/04 vom 15.12.2004

Über das schriftstellerische Werk der Literaturnobelpreisträgerin 2004 war, jedenfalls in dieser Zeitung, schon einiges zu lesen, also wollen wir Elfriede Jelinek auch einmal als Medienstar und Popikone würdigen. Derweil können die Feuilletongrößen von FAZ und NZZ ja weiterhin tönen wie die Brummkreisel - vor lauter Aufregung darüber, dass es die Falsche erwischt hat. Dieses besorgte Gemurmel begleitet die diesjährige Nobelpreisvergabe seit der Bekanntgabe der Entscheidung am 7. Oktober, also immerhin schon satte zwei Monate. Wenn die Empörungsressourcen derart unerschöpflich sind, ist man fast geneigt, auch dies dem Stein des Anstoßes zugute zu halten. Meine Erinnerung mag mich trügen, aber ich glaube nicht, dass echte Fehlentscheidungen wie die für Dario Fo (1997) ein vergleichbares Echo ausgelöst hätten.

Einer der peinlichsten Momente der Jelinek-Ablehnung und -Adorierung (dass Letztere nicht niveauvoller sein muss als Erstere, steht wohl außer Streit), begab sich, als


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