NOCH MEHR LYRIK

Sternensprache jenseits der Vernunft

ERICH KLEIN | Kultur | aus FALTER 51/04 vom 15.12.2004

Rasch war der goldschrieb gefluttert / tupfig sehr ädrig verbostelt / da lupfte der hupfer den bauchkorb / verbarg er die binsige rupfe / tschiribombös profelurte kikieglitzt / o schwansam / teich auf!" Das auch im Original in einer unbekannten Sprache verfasste Gedicht stammt vom russischen Futuristen Velimir Chlebnikov (1885-1922); in eine dem Deutschen verwandte Sprache gebracht wurde es für den Band "Mein Chlebnikov" vom Dichter Oskar Pastior. Bei den zwei Dutzend Beispielen einer Sternensprache jenseits der Vernunft handelt es sich um den Versuch, nicht weniger als den ganzen Kosmos zum Tanzen zu bringen. Der Leser muss - wenn da vom russischen Gott Perun die Rede ist, die Lacher in tobendes Gelächter verfallen, Tiere und Pflanzen sich im Text als das erweisen, was sie einzig sind: Worte, Namen - mit den Ohren denken. Onomatopoesie - durch die beigepackte CD allerdings leicht gemacht.

  Leicht zu lesen, wenn auch nicht minder ambitiös, ist der 1941 in Zagreb geborene Tomaz Salamun,

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