VINTAGE RESIDENZ

Große Jahrgänge der "Spätlese"

Kultur | aus FALTER 51/04 vom 15.12.2004

Es war das heroische Zeitalter nicht nur des Residenz Verlages, sondern der österreichischen Nachkriegsliteratur: Das Land durfte sich damals nicht ganz zu Unrecht an der Spitze der deutschsprachigen Literatur wähnen, und das deutschsprachige Feuilleton nahm es wohlwollend zur Kenntnis. 1972: Peter Handke veröffentlicht sein "Wunschloses Unglück", das bis in die Leselisten der Schulen seinen Ruf als eminenter sprachkritischer Autor zementieren sollte. 1974: Franz Innerhofer bringt mit seinem Debüt "Schöne Tage" einen Schlüsseltext dessen heraus, was unter dem Schlagwort "negative Heimatliteratur" Furore machen wird. 1975: Mit "Die Ursache" erscheint der erste Band der autobiografischen Schriften von Thomas Bernhard, vielleicht der zugänglichste und berührendste Teil seines Werks (die weiteren vier Bände erscheinen in den Jahren 1976 bis 1982). Im selben Jahr erscheint Reinhard P. Grubers immens populäres steirisches Heldenepos "Aus dem Leben Hödelmosers".

  Das sind nur einige Beispiele aus der 19 Bände umfassenden "Spätlese", mit der der Residenz Verlag die eigene Tradition feiert, bevor er dann im Frühjahr das erste neue Programm unter dem neuen Eigentümer (siehe auch das Interview auf dieser Seite) vorstellt. Neben den genannten Autoren komplettieren Werke von Alois Brandstätter, Barbara Frischmuth, Nicolaus Harnoncourt, Peter Henisch, Fritz von Herzmanovsky-Orlando, Yasushi Inoue, Arnold Stadler, Markus Werner und Carl Zuckmayer die eindrucksvolle Auswahl aus einer Backlist, die mit den von Walter Schmögner illustrierten und Kurt Hamtil gestalteten Umschlägen dezent neu gestaltet wurden.

Alle Bände der "Spätlese" sind bei Residenz erschienen und kosten zwölf bis 18 Euro.


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