Landauf, landab

MATTHIAS DUSINI | Kultur | aus FALTER 51/04 vom 15.12.2004

ROMAN Die Südtiroler Autorin Maria E. Brunner geht hinauf zur Waldgrenze und bricht dort das Gesetz des Schweigens. 

Auf dem Berg, da enden alle Geschichten", überschreibt Maria E. Brunner ein Kapitel ihres Romandebüts. Sie lässt keinen Zweifel daran, dass der Weg an diese Grenze des Erzählbaren ein mühsamer ist, denn: "Auf dem Land liegen das Animalische und das Verlassene dieser abgestorbenen Welt ganz eng beieinander." Es ist die Geschichte des namentlich nicht genannten "Kostkindes", das das Elend der vormodernen bäuerlichen Welt in mehrfach verschärfter Form erleidet. Das von den Zieheltern geknechtete, hart arbeitende Mädchen, das zur Strafe in den Kartoffelkeller gesperrt wird, geht zwar ins Tal zu den Büchern; sie wird ein Studium beginnen und beschreitet damit einen bereits in der realistischen Literatur des 19. Jahrhunderts literarisch eröffneten Emanzipationsweg. Dennoch kehrt sie immer wieder zu dem Ursprung, der keiner ist, zurück.

  Die von ihrer Ehe mit dem

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