Jugend ohne Sex

MATTHIAS DUSINI | Kultur | aus FALTER 51/04 vom 15.12.2004

ZEITGEIST Joachim Lottmanns spaßiger Roman "Die Jugend von heute" muss schnell gelesen werden, weil sich die Wirklichkeit rasch ändern wird. 

Es gibt kein besseres Buch für Zugreisen zu familiären Weihnachtsfeiern als Joachim Lottmanns "Die Jugend von heute". Der Roman liest sich leicht und kann anschließend gleich an den jungen Neffen weitergeschenkt werden. Man greift dazu, weil in den letzten Monaten im Freundeskreis viel die Rede davon war und sogar Begriffe aus dem Buch in das nähere sprachliche Umfeld eingesickert sind.

  Plötzlich wird "gebohnert" statt gefickt oder es wird "gesleept", wenn vom vormittäglichen Schlaf nach der langen Party die Rede ist. Und das besinnungslose Gequassel Bekiffter heißt ab sofort "Laber-Flash". Die Komik des Buchs besteht darin, dass sich Trashwissen über Prominente und Szenefiguren mit ethnografischer Anteilnahme an der Jugendkultur paart - all das gesehen aus der Perspektive eines schön danebenen Mitvierzigers.

  Und so sitzt man im

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