Sieglose Helden

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 51/04 vom 15.12.2004

WIEDER ENTDECKT Jörg Fauser war Rebell, Kleinbürger und Chronist der BRD der Siebziger- und Achtzigerjahre. Mit einer neuen Werkausgabe wird der lakonische Romantiker posthum gewürdigt. 

Zeit seines Lebens war Jörg Fauser auf der Suche nach dem Rebellen. Gesucht hat er ihn in zugigen Städten und billigen Kaschemmen, dort, wo abgestandenes Bier und hinsichtlich der eigenen Tristesse illusionslose Menschen aufeinander treffen. Dieser Rebell, das war einer, der im Grunde an nichts mehr glaubt. 1978 kam Fausers Biografie "Marlon Brando. Der versilberte Rebell" heraus, und obwohl er über einen Hollywoodstar schrieb, meinte der Autor letztendlich doch sich selbst: "Natürlich wachsen in dieser Provinz die Rebellen heran, aber es sind innerlich schon frühzeitig müde Rebellen, mit dem zynischen Zug um die Lippen und dem Blick, der sagt: ,Was soll der Schmus, Baby?'"

  Ungefähr so muss man sich Jörg Fauser vorstellen - bis auf den "zynischen Zug", den man zumindest in seiner Literatur


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