Gustave Flaubert

Dummheit & Gott

Kultur | KLAUS TASCHWER | aus FALTER 51/04 vom 15.12.2004

Die menschliche Dummheit macht mich so fertig, dass ich mir wie eine Fliege vorkomme, die den Himalaja auf dem Rücken trägt. Ich werde versuchen, mein Gift in meinem Buch auszukotzen." Das Buch, von dem in diesem Brief von Gustave Flaubert die Rede ist, heißt "Bouvard und Pécuchet", sein Autor wäre darüber fast verrückt geworden. Denn er hat sich Tausende von populärwissenschaftlichen Büchern reingezogen, um daraus eine bis heute aktuelle Abrechnung mit den Grenzen der Aufklärung zu destillieren: Die beiden Kopisten Bouvard und Pécuchet interessieren sich für alle Erkenntnisse ihrer Zeit, scheitern aber stümperhaft daran, sie sich anzueignen.

  Ein lange vergessenes Nebenprodukt der Recherchen zu diesem abgründigen Roman ist die "Universalenzyklopädie der menschlichen Dummheit", Flauberts gesammelte Abschriften der blödesten Stellen aus all dem Wissensmüll, durch den er sich hindurchquälte. Die Eintragungen sind grob nach Themen gegliedert (z.B. "Merkwürdigkeiten"),


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