In Ewigkeit Austern

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 51/04 vom 15.12.2004

KOCHLITERATUR Der Koch, sein Liebhaber, die Dichterin und ihre Muse: Monique Truongs erstaunlicher Roman "Das Buch vom Salz". 

Wenn in Romanen exzessiv gegessen wird, geht das sehr schnell zulasten der Literatur: Im besten Falle hat man dann ein brauchbares Kochbuch, im schlimmsten eine "Sinnlichkeit", die von Menschen mit einem fragwürdigen Faible für Duftkerzen goutiert wird.

  "Das Buch vom Salz" macht da eine Ausnahme. Kochen ist eine Kunst des Maßhaltens, und das weiß auch Monique Truong. Die 1968 in Saigon geborene und mit sechs Jahren in die USA gekommene Juristin und Schriftstellerin hat sich für ihr Romandebüt einen historisch verbürgten, aber unbeschriebenen Landsmann auserkoren: Bình hat Saigon den Rücken gekehrt und ist schließlich in der Rue de Fleurus 27 in Paris gelandet. Dort residieren zwei illustre und nicht ganz unkapriziöse Amerikanerinnen, bei denen "Thin Bin", wie sie ihn bald nennen, fünf Jahre lang als Koch arbeitet und die einander durch eine gemeinsame


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