Angst essen Koch auf

ARMIN THURNHER | Kultur | aus FALTER 51/04 vom 15.12.2004

KOCHESSAYS Julian Barnes gibt sich als "Pedant in der Küche" zu erkennen und schreibt ein amüsantes Buch über Köche, Kochen und Kochbücher. 

Albträume serviert man am besten mit Understatement. Bei britischen Schriftstellern setzt man es ohnehin voraus. Julian Barnes ist einer, der sein Understatement mit dem nötigen Witz vereint und es unaufdringlich mit der erforderlichen Bildung grundiert. Peinlichkeiten sind also nicht zu befürchten, wenn sich dieser Autor in Form von Erfahrungsberichten dem Thema Kochen nähert. Seine Perspektive ist die des Pedanten in der Küche, der an die Genauigkeit von Kochrezepten glaubt und sich sklavisch an ihre Vorgaben hält. Dabei hat er Grund zur Verzweiflung, denn Allzuvieles in aufs Erste genau scheinenden Rezepten erweist sich als Andeutung. Wie grob grob gehackt wirklich ist, bleibt ebenso dem Ermessen des Kochs überlassen wie die Frage, wie groß ein handtellergroßes Kotelett ist und wie viel wirklich in einer mittelgroßen Pfanne Platz

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