Fragen Sie Frau Andrea

Beauty

Stadtleben | aus FALTER 51/04 vom 15.12.2004

Liebe Frau Andrea,

kürzlich haben wir in illustrer Runde festgestellt, dass es im Wienerischen früher sehr üblich war, französische Ausdrücke zu verwenden. Beflügelt vom "Lawur" oder der "Kombinäsch" blieben wir beim Spiegelkästchen hängen und mussten lange nachdenken, wie denn das genannt wurde. Bei uns hieß das dann "Psíche", andere meinten wieder eher "Psyche". Mon Dieu, woher kommt denn das?

Herzliche Grüße, Elisa

Liebe Elisa,

die Psyche ist nicht nur die Instanz, die für unser Verhalten zuständig ist, sondern auch eine Figur der griechischen Mythologie. Die Herkunft des Wortes oszilliert zwischen den Bedeutungen Seele, Hauch, Atem und: Schmetterling. Ein Märchen des römischen Dichters Apuleius beschreibt die Liebesbeziehung der geflügelten Schönheit Psyche mit dem ebenfalls flüggen Eros (römisch: Amor). Hauptdarstellerin der komplizierten Geschichte, die um Liebe und Eifersucht flattert, ist die schneewitchenhafte Psyche, die Venus (alias Aphrodite) vom obersten Beautytreppchen gestoßen hat. Zu allem Überdruss greift Psyche dann auch noch in das Döschen der Persephone, mit der Schönheitscreme der Aphrodite. Ein Vergehen, das im griechischen Himmel nicht unter lebenslanger Narkose - bei Freispruch: Unsterblichkeit - geahndet wird. Der Ausdruck Psyche für Schminkspiegel wird im Empire hip. Zwischen Tiegelchen und Flakons stand auf dem Möbel nämlich auch gerne ein Figürchen der Göttin der Schminkkunst.

dusl@falter.at


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