TIER DER WOCHE

Klingeling!


PETER IWANIEWICZ
Stadtleben | aus FALTER 51/04 vom 15.12.2004

Weihnachten rückt näher, und falls sich bei Ihnen die dazugehörige Stimmung noch nicht so recht einstellen wollte, dann wird sie hier in dieser mildtätigen Kolumnenhütte aufs Gottgewollteste verbreitet. Hauptdarsteller bei diesem Krippenspiel ist dabei der Esel (Equus asinus), der ja nebst einem Ochsen ursprünglich der einzig Anwesende bei der Geburt Christi war. In den Apokryphen, also den nicht zum Gottesdienstgebrauch zugelassenen Teilen der Bibel, stehen nur diese beiden Tiere um den Futtertrog, in dem der Säugling Jesus liegt. Maria, Josef und die ganzen anderen Figuren tauchen erst einige Jahrhunderte später in den kirchlichen Darstellungen auf. Der Ochse steht für die Juden, weil er bei diesen das höchste erlaubte Opfertier ist, während der unreine Esel die götzendienstbetreibenden Heiden symbolisiert. Und natürlich liegt Jesus auch nicht zufällig in einer Futterkrippe, sondern das Verspeisen des Leibes Gottes ist ja das zentrale rituelle Element der christlichen Religion.

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