Vor den Mauern Wiens

Politik | GERALD JOHN | aus FALTER 52/04 vom 22.12.2004

EU Auch wenn die Verhandlungen noch zehn Jahre dauern werden: Die Türkei bekommt eine faire Chance, der EU beizutreten. Doch ausgerechnet die Österreicher wollen sich damit nicht so recht abfinden. 

Recep Tayyip Erdogan ist bestimmt kein Jammerlappen. Wenn ihm aber österreichische Spitzendiplomaten über den Weg laufen, kann sich der selbstbewusste türkische Premier die eine oder andere Beschwerde mitunter nicht verkneifen. "Ihr macht Urlaub in Antalya, baut Schulen in Istanbul, gräbt mit uns in Ephesus", klagt Erdogan dann. "Warum wollt gerade ihr uns nicht in der EU?"

  Eine für ihn befriedigende Antwort hat Erdogan wohl nie bekommen. Seit dem 17. Dezember weiß der türkische Regierungschef aber, dass er noch so manche Gelegenheit haben wird, die Gemütslagen der Österreicher und anderer seltsamer Völker Europas zu ergründen. Auf ihrem Gipfel in Brüssel beschlossen die Staats- und Regierungschefs der 25 EU-Staaten, mit der Türkei Beitrittsverhandlungen aufzunehmen. Am 3.


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