WAS GEGEN DIE TÜRKEI SPRICHT

Folter und Fehden

Politik | aus FALTER 52/04 vom 22.12.2004

Menschenrechte Am Papier mag die Türkei ein Rechtsstaat sein. "Aber je besser die Gesetzeslage", sagt Heinz Patzelt von amnesty international, "desto geschickter wird sie umgangen." Von oben wird Folter nicht mehr angeordnet, klassische Instrumente wie Elektroschocker verschwinden allmählich aus den Wachzimmern. Dennoch sind Misshandlungen weit verbreitet, die Polizisten bearbeiten ihre Opfer nun eben mit den Fäusten. Viele Richter drücken dabei gerne beide Augen zu. Immer wieder werden Menschenrechtsaktivisten von vermummten Gestalten überfallen und zusammengeschlagen - Tendenz steigend. Innerhalb der Familien registrierte amnesty heuer mindestens vierzig "Ehrenmorde": Frauen wurden wegen angeblichen Fehlverhaltens vom Mann oder Verwandten umgebracht. Die Kurden dürfen ihre Sprache zwar straffrei benutzen. "Wer aber etwa eine Schule eröffnen will, wird von den Behörden oft schikaniert", sagt Patzelt.

Rückständigkeit Der Beitrittskandidat ist arm: Der durchschnittliche Türke erwirtschaftet


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