"Die Heavy-Zeit"

Politik | NINA HORACZEK | aus FALTER 52/04 vom 22.12.2004

HAUPTSCHULE Geprügelt "wie die Tanzbären", verhaltensauffällig und sogar zu arm für einen neuen Trainingsanzug: Wiens Hauptschulen entwickeln sich zum Ghetto für all jene, die in der Gesellschaft keinen Platz finden.

Einer ist permanent zusammengeklappt. "Der Bursch wär uns beinah verhungert", erzählt eine Hauptschullehrerin aus Favoriten. Weil die alkoholkranken Eltern die Notstandshilfe in Hochprozentiges investierten, gab es gegen Ende des Monats nichts mehr zu essen für den Elfjährigen. "Dann haben wir Lehrer ihm halt ein Weckerl zum Frühstück mitgenommen und für nach der Schule Gratisessen im Hort organisiert", berichtet die Pädagogin. Dann sei wiederum eine Zwölfjährige voll blauer Flecken und in Reizwäsche im Turnunterricht aufgetaucht. Kurz darauf holte die Polizei auf Intervention der Lehrer den Vater, der das Kind missbrauchte, von zu Hause ab.

  Besonders schlimme Ereignisse, aber keine Einzelfälle. Wiens Hauptschulen gelten seit langem als Auffangbecken für


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