WIENZEUG

Politik | aus FALTER 52/04 vom 22.12.2004

Scharia über alles? Wird die Demokratie von Wiens islamischen Intelektuellen infrage gestellt? Ein Blick in Wiens türkische Stadtzeitungen legt den Verdacht nahe. In der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift Yeni Hareket, die von kritisch-kemalistisch geprägten Türken als fundamentalistisch bezeichnet wird, meldet sich wieder einmal der langbärtige Kolumnist Mohammed Yussuf Matuska zu Wort. Matuska, Hofrat und ehemaliger Diplomat des österreichischen Außenministeriums, arbeitet im Hintergrund für den türkischen Studentenverein Wonder, der Hunderte streng gläubige Muslime nach Wien bringt, weil hier Studieren mit Kopftuch erlaubt ist. Offiziell gibt sich Wonder als harmloser unpolitischer Verein. Zumindest Matuska tritt aber ganz öffentlich für die "Überlegenheit" der Scharia und die Paralellgesellschaft ein. Wörtlich schreibt er: "Die Scharia ist nach muslimischer Überzeugung allen anderen Rechtssystemen überlegen, da sie von Gott stammt und Dieser am besten weiß, was für

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