Screaming Trees

Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 52/04 vom 22.12.2004

FILMBUCH In seinen aufwühlenden "Fitzcarraldo"-Protokollen erweist sich Regisseur Werner Herzog als der andere Klaus Kinski. 

Wir haben es fast geahnt: Der Verrücktere des Kinopaars Herzog/Kinski war womöglich sogar der Regisseur. Nicht genug, dass er sich den verhaltensauffälligen Mimen immer wieder antat und ihn zu einigen seiner besten Filmmomente inspirierte - nein, man muss sich Werner Herzog generell als masochistisch veranlagten Zeitgenossen vorstellen.

  Jahrelang lebt der heute 62-Jährige freiwillig unter kaum vorstellbaren Umständen im Grenzgebiet von Peru und Ecuador, de facto verarmt, in den Medien als Sklaven haltender Ausbeuter verleumdet, in Filmkreisen verspottet. Der Sturschädel leidet unter all dem, aber es ist ja für die Kunst. Zur Realisierung maßloser Visionen, allen voran die Wanderung eines Schiffs über einen Berg ("ein Bild, das in allen von uns schlummert"), setzt sich Herzog einem Leben fernab zivilisatorischer Mindeststandards und am Rande des Irrewerdens


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