AUFGEBLÄTTERT

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 52/04 vom 22.12.2004

Neben dem Österreicher Gernot Wolfgruber (siehe Falter 51/04) feiert dieser Tage noch ein zweiter bedeutender Autor deutscher Sprache seinen sechzigsten Geburtstag: der Schweizer Markus Werner - auch er dem Getöse des Marktes und Betriebs abhold. Der Titel seines jüngsten Romans, "Am Hang", wäre kein schlechtes Motto für die sieben Romane, die der ehemalige Gymnasiallehrer bislang vorgelegt hat: Abhänge und -gründe tun sich in den Biografien seiner Helden bald einmal auf, aber Werner ist ein zu diskreter Autor, als dass er mit geografischem Pathos um sich würfe. Diskret geht er es auch in seinem jüngsten Buch an, in dem der Icherzähler Clarin, 35, ins Tessin fährt, um einen juridischen Aufsatz zu schreiben. Zunächst aber nimmt er auf der Bellevue-Terrasse Platz und kommt dort mit dem um einiges älteren Loos ins Gespräch. Die beiden Herren sind sich nicht unsympathisch und kommen bald heftig ins Parlieren, wobei sich das Gespräch hauptsächlich um Frauen dreht: Clarin entgeht


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