Wie Mahler selbst?

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 52/04 vom 22.12.2004

MUSIK Boxenstopp in letzter Minute: eine Sammlung historischer Aufnahmen von Bruno Walter als Geschenkidee für Mahler- und Bruckner-Fans. 

Seltsam fern, wie aus einer anderen Welt tönt es aus den Lautsprechern, wenn Ernst Haefliger zum Trinkspruch anhebt: "Schon winkt der Wein im goldnen Pokale. Doch trinkt noch nicht, erst sing ich euch ein Lied!" Zu hören ist Gustav Mahlers gewaltiges "Trinklied vom Jammer der Erde", der Auftakt zum "Lied von der Erde". Haefliger treibt seinen heldenhaften Tenor fast an den Anschlag, das New York Philharmonic Orchestra unterstützt ihn nach Kräften. Die Stereoaufnahme stammt aus dem Jahr 1960, doch der historische Hauch, der sie umweht, hat nur wenig mit den 44 Jahren zu tun, die seither vergangen sind. Es dirigiert der Mann, der 1911 - also noch einmal 49 Jahre zuvor - die posthume Uraufführung von Mahlers "gesungener Sinfonie" leitete: Bruno Walter.

  Damals war der 1876 in Berlin als Bruno Walter Schlesinger geborene, einstige Schützling des


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