KUNST KURZ

Kultur | aus FALTER 52/04 vom 22.12.2004

Am 7. April 1945 wurde der Widerstandskämpfer Josef Logar in Graz ermordet. Der genaue Ort der Exekution ist nicht bekannt; in den Wochen vor der Befreiung Österreichs kam es bei der militärischen Hinrichtungsstätte Feliferhof zu zahlreichen Erschießungen. Der Künstler Ernst Logar hat in zweijähriger Recherche den Tod seines Großvaters rekonstruiert und dieser Auseinandersetzung mit einem verdrängten Kapitel seiner Familiengeschichte den Titel "Den Blick hinrichten" gegeben. Für eine erste Installation an der Universität für angewandte Kunst wurde Logar mit dem diesjährigen Preis der Kunsthalle ausgezeichnet. Im Project space am Karlsplatz setzt der 1965 geborene Künstler seinem Großvater nun eine Art temporäres Denkmal (bis 16.1.). Die berührende Installation bezieht den Betrachter mit ein und führt ihn konsequent an ein schwer fassbares Kapitel österreichischer Geschichte heran. Logar schafft einen ganz schlichten, mit Bedeutung aufgeladenen Erinnerungsraum, der an


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