Roma-Radio

Stadtleben | FLORIAN KLENK | aus FALTER 52/04 vom 22.12.2004

ROMA Seit fünf Jahren sendet ein kleiner Roma-Sender aus einem ehemaligen SPÖSektionslokal. Nun droht die Delogierung aus dem Gemeindebau. 

Ob das reicht? Auf dem Tisch liegt ein kleines Kuvert. Branislav NikolicÇ, schwarzer Anzug, grauer Bart, Wiener Schmäh und mit 46 Jahren "vierfacher Großvater, so wie sich das für einen richtigen Zigeuner gehört", schüttet das Geld aus dem Umschlag, stapelt die Münzen und sagt: "Es fehlen uns noch 200 Euro! Wenn wir die nicht kriegen, dann hauen s' uns raus." Im Hintergrund dreht ein Mann mit dickem Schnurrbart an den Reglern eines Mischpults. Roma-Musik wird hier in die Welt geschickt. "Wir senden, bis sie uns raustragen", sagt NikolicÇ. So schnell gibt er seinen Internetsender Gipsyradio nicht auf.

  Noch ein paar Stunden, dann soll diese kleine Radio- und Fernsehstation (www.gipsyradio.com), die aus einem ehemaligen SPÖ-Sektionslokal in der Alsergrunder Marktgasse sendet, vom Netz gehen. Wenn NikolicÇ bis dahin nicht zumindest eine


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