VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 02/05 vom 12.01.2005

Hätte 1985 ein Bedenk- oder Gedankenjahr werden sollen? Wenn ja, und es gibt im 20 Jahre alten Falter Indizien dafür, dann wurde das durch die berühmte Zäsur verhindert, die Bundeskanzler Fred Sinowatz zu Weihnachten 1984 für Hainburg verordnete Nachdenkpause statt des Bedenkjahrs, das war keine schlechte Idee. Dass auch 1985 als rundes Jahr zu allerlei Bedenken einlud, ist einer Kurzmeldung zu entnehmen.

  Diese wiederum nimmt auf einen Beitrag Franz Olahs Bezug, den der Ex-Innenminister für die Silvesterbeilage der Salzburger Nachrichten schrieb, welche wiederum unter dem Titel "40 Jahre Zweite Republik" erschienen war. Olah beklagte übrigens die zehn Jahre dauernde Besetzung des Landes an. Sie habe Reformen verhindert, die das kleine Land mit einer hypertrophen Struktur von zehn Regierungen zurückgelassen habe.

  Der Schwerpunkt des Hefts lag aber auf dem Jubel über den Erfolg von Hainburg. Michael Jäger interviewte eine der zentralen Figuren aus dem Besetzerbüro in Stopfenreuth, den heute als Museumskonsulenten bekannten Kunsthistoriker Dieter Bogner. Er sagte: "Organisation hat's eigentlich nie gegeben. Und das war das, was die Kritiker nie begriffen haben, dass wir keine straffe Organisation sind, schon gar nicht eine von irgendwelchen dunklen Mächten gelenkte ..., sondern eine Notgemeinschaft, die einfach funktioniert, weil jeder rasch Entscheidungen trifft, oder wenn es heißt, es muss etwas gemacht werden, dann sagt einer, ich mache dies, ich mache das, und so ist es gelaufen." A. T.


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