Natur, die gibt's noch

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 02/05 vom 12.01.2005

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Über Naturkatastrophen und den Umgang mit dem Schrecken, samt einem kleinen tröstlichen Satyrspiel. 

Es ist nicht einfach, eine Naturkatastrophe für eine solche zu nehmen. Natur, gibt's die noch? Grade haben wir gelernt, dass alles Menschenwerk ist, dass wir alles gezähmt haben, zähmen und bändigen können (außer der menschlichen Gier). Ständig üben wir in unserem Beruf als Journalisten uns darin, irgendwelche Schuldigen zu finden, meist ohne jene juristischen Vorsichtsmaßnahmen, die für solche Suchen gelten. Und dann das. Kein Menschenwerk, niemand, der als Schuldiger haftbar gemacht werden kann für Tod, Zerstörung, Verwüstung, Schmerz und Trauer. Oder doch? Weder häufen sich die Naturkatastrophen, noch werden sie intensiver. Es ist der Mensch, der jene Küstenstriche dicht besiedelt, die er früher für Ansiedlungen mied. Es ist der Mensch, der Risiko sucht und in Kauf nimmt. Dennoch, die Natur als Risiko ist immer da.

In der Frankfurter Allgemeinen


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