STANDPUNKT

New-Economy-Class

Politik | aus FALTER 02/05 vom 12.01.2005

Jetzt also ein Upgrade für ihn und seine Liebste im AUA-Flieger. Der Vertreter der New Economy braucht mit seiner Freundin nicht in der gemeinen Economy-Class schwitzen. Homepage, Vortragshonorare, Hilfiger-Anzüge, eine Jetreise nach Monaco. Warum nimmt der Mann das an? Fehlt ihm soziale Intelligenz? Hat er nicht verstanden, dass ihm Extrawürste in der Öffentlichkeit schaden? Vergleicht man die Summe der zugewendeten Aufmerksamkeiten mit seinem Jahresgehalt, dann muss man davon ausgehen, dass Grasser die Lehre vom abnehmenden Grenznutzen (wie viel Nutzen bringt mir ein zusätzlich verdienter Euro?) nicht verstanden hat. So viele peinliche mediale Watschen für so wenig zusätzliches Geld kassieren - schon das ist bedenklich für einen, der unser Budget verwaltet. Zum Grundsätzlichen. Deutschland diskutiert dieser Tage, ob und wie Politiker Zuwendungen von Privaten erhalten dürfen, ohne dafür geprügelt zu werden. Manche sagen: Sollen sie ruhig nebenbei kassieren, doch jede Zuwendung sollte nach US-Vorbild transparent sein. Wir haben das bessere System. Bei uns sponsert der Staat Regierung und Parteien, damit diese die Res publica vertreten und nicht in den Geruch kommen müssen, irgendwelchen Partikularinteressen dienen zu müssen. Deshalb darf Grasser nichts für sich und seine Freundin annehmen. F. K.


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