Ebbe trotz Flut

Politik | GERALD JOHN | aus FALTER 02/05 vom 12.01.2005

NACH DER FLUT Für die Opfer in Südostasien greift die Regierung nun doch einigermaßen tief in die Taschen. Aber was tut Österreich eigentlich für die Armen, wenn nicht gerade eine Katastrophe die Welt erschüttert? Ziemlich wenig. 

Erst zogen 180.000 verängstigte Ungarn, auf der Flucht vor den Stalinisten, über die Grenze. Dann retteten sich 160.000 Tschechen vor den sowjetischen Panzern zum neutralen Nachbarn. Und als serbische Tschetniks im zerfallenden Jugoslawien Bosniaken aus ihren Dörfern vertrieben, fanden 95.000 Opfer in Österreich Unterschlupf. Politiker kramen diese Zahlen gerne hervor, wenn sie die große Güte des Volkes und seiner Führer rühmen wollen: Österreich - Land der Samariter, Land der großen Herzen.

  Die vor 17 Tagen von einem Seebeben ausgelöste Flutwelle in Südostasien schwemmte bislang zwar keine Flüchtlinge an die heimischen Grenzen, Hilfsbereitschaft ist dennoch gefragt. Der Tsunami dürfte mindestens 165.000 Menschen getötet haben, lange Küstenstriche


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