Die Bilder des Tsunami

Medien | ISOLDE CHARIM | aus FALTER 02/05 vom 12.01.2005

NACH DER FLUT Soll man, kann man, darf man die schrecklichen Fotos von den Opfern der Flutkatastrophe in Südostasien zeigen? 

Die New York Times zeigte sie ebenso am Cover wie die Los Angeles Times: tote Flutopfer, Bilder von ertrunkenen Babys. Hierzulande folgte das Nachrichtenmagazin profil diesem Beispiel. Und ebenso wie in den Vereinigten Staaten entzündete sich daran auch in Österreich eine im höchsten Maße erregte Diskussion: Soll man, kann man, darf man Opferbilder zeigen?

  Diese Frage stellte sich in letzter Zeit mit zunehmender Frequenz - aus den unterschiedlichsten Gründen. Da waren etwa die Bilder des Irakkriegs, unter denen die Fotos von den Opfern fehlten. Dann kamen die inszenierten Bilder aus Abu Ghraib. Und zeitgleich die Fotos von Entführungsopfern vor, während und nach ihrer Enthauptung. So unterschiedlich diese Fälle auch waren, sie hatten eines gemeinsam: In all diesen Zusammenhängen funktionierten die Bilder als Waffen. Der Umgang mit ihnen war eine politische


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