Funky Wittgenstein

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 02/05 vom 12.01.2005

KUNST Die Ausstellung "Funky Lessons" zeigt Konzeptkunst, die etwas zu sagen hat und trotzdem nicht belehrend sein möchte. 

Schwitzende Körper tanzen zu schnellen Rhythmen. Eine Frau zeigt Bewegungen wie den "Shoulder shrug" oder den "Head nod" vor, dann schreibt sie die Wörter "monoton" und "vulgär" auf die Tafel hinter ihr. Es ist 1983 im kalifornischen Berkeley, und obwohl die beliebte TV-Sendung "Soul Train" schon zwölf Jahre afroamerikanische Musikkultur feiert, gilt Funk in der US-Mittelschicht immer noch als verpönt. Die Künstlerin Adrian Piper setzte sich damals in "Funk Lessons" mit diesen Vorurteilen auseinander. Bei öffentlichen Performances vermittelte sie den Tanzstil des Funk samt kritischen Erläuterungen und initiierte so Gruppenerlebnisse, die als Protest gegen die Abwertung von Black Music zu verstehen waren.

  Ein Video von Pipers Performance steht am Beginn der Ausstellung "Funky Lessons", die gerade in der Bawag Foundation zu sehen ist. "Funky", einst Synonym


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