NÜCHTERN BETRACHTET

Essen auf Rädern

Kultur | aus FALTER 02/05 vom 12.01.2005

Wahrscheinlich sollte ich ja dankbar sein, nicht mit volksnaher Stimmungsmusik beschallt zu werden. Stattdessen bin ich schlechter Laune. Würde ich jetzt auch noch mit volksnaher Stimmungsmusik beschallt werden, würde sich meine Stimmung noch weiter verschlimmern, aber das Wissen darum hellt mein Gemüt um kein müdes Lux auf. Lux ist Luxus lautet nämlich die Devise der ÖBB-Busse, auf die ich angewiesen bin, weil ich Mitmensch, Natur und die eigene Gesundheit achte und vom Autofahren absehe, seitdem ich einen Führerschein habe. Die sieben Gangleuchten des ÖBB-Busses funzeln in 10-Watt-Stärke vor sich hin, ein Umstand, der dem Fahrgast bedeuten soll: Unsere Preise sind so knapp kalkuliert, dass wir uns mehr Licht unmöglich leisten können. An Lesen ist also nicht zu denken. An sich eine gute Gelegenheit, die schicke pocketportable Musikfestplatte in Betrieb zu nehmen, aber die habe ich im Büro vergessen. Hoffe ich jedenfalls. Ich bin nämlich der König des Vergessens, Verlegens


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