WIEDER AM MARKT

Bockshörndl

Stadtleben | aus FALTER 02/05 vom 12.01.2005

Diese braunen Hörndln aus dem Krampussackerl blieben eigentlich immer über. Kein Wunder, denn zu dem schon einmal nicht besonders anregenden Äußeren kam noch dieser spezielle Geruch eines alten Turnsaales (Isobuttersäure), und auch geschmacklich hinterließ das "Bockshörndl" alias Johannisbrot eher Ratlosigkeit. Vor allem seitdem Kakao keinen Luxus mehr darstellt, den das geriebene Hörndl in harten Zeiten nämlich ersetzte (Karube-Kaffee). Die Kerne wiederum finden auch heute gemahlen als natürliches Verdickungsmittel Eingang in die Lebensmittelindustrie, früher benutzten sie Apotheker als natürlich geeichtes Gewicht (0,18g). Interessant ist das Johannisbrot aber auch wegen seines hohen Zucker- (50 Prozent) und Eiweißgehalts (35 Prozent) und wegen seiner leicht abführenden Wirkung. Damit etwas Ordentliches zu kochen, braucht aber schon viel Fantasie.

Um e 4,40/kg bei Obsteck, 4., Naschmarkt 147-166.


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