TIER DER WOCHE

Wiener Ruß


PETER IWANIEWICZ
Stadtleben | aus FALTER 02/05 vom 12.01.2005

Weu i wü Schi foan, foan, foan, foan, Schi foan, wohwohwohwoh,

weu Schi foan is' des Leiwandste, wos ma si nur vurstö'n ko.

Wolfgang Ambros

Fährt man im Winter in die alpinen Skigebiete, dann scheppert einem der sonst eher weich und gedehnt klingende Wiener Dialekt plötzlich hart und ordinär in den Ohren. Was H.C. Artmann noch in den Fünfzigerjahren zur Wiener Dialektdichtung brachte, nämlich der "lautliche Reichtum" dieser Mundart, wirkt über tausend Meter Seehöhe nur mehr eindimensional und "schiach". Offenbar bewirken die dünne Luft und die Stresssituation auf der Skipiste einen restringierten Code, der die vielfältigere Alltagssprache auf reine Schimpfwörter und Drohlaute reduziert. Das Wienerische mutiert dann von einer regionalen Mundart zum reinen Soziolekt der Unterschicht. Fairerweise muss man erwähnen, dass sich so feinsinnige Wiener Ausdrücke wie "Pompfineberer" oder "Powidldatschkerln" beim Ballawatsch am Skilift mit Holländern und Deutschen nur schwer in den Dialog

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